Die Unterwerfung unter die Moral – oder: Mit Volldampf zurück ins Mittelalter

Wir erleben gerade eine Zeitenwende. Anhand der Debatten über Klima, Corona, Gender oder jetzt aktuell beim Ukraine-Konflikt merkt man, dass nicht mehr Fakten, wissenschaftliche Erkenntnisse oder der gesunde Menschenverstand zählen sondern die „Moral“ der Regierenden. Jene bestimmt, was moralisch einwandfrei oder verwerflich zu sein hat.

Macht die „Moral“ uns zu besseren (gerechteren) Menschen?

Erst mal müssen wir klären, was „Moral“ überhaupt bedeutet.

Moral ist bzw. sind Handlungsprinzipien bestimmter Gruppen, Individuen oder Kulturen. Bedeutet also: Eine Gruppe bestimmt, was richtig und falsch ist. Im Mittelalter waren dies die katholische Kirche und ihre Kirchenfürsten. Jene bestimmten, wie die Menschen zu leben hatten und was sie durften und nicht durften. Eine kleine Gruppe bestimmte über Wohl und Wehe von Millionen Menschen.

Häresie und die Gemeinschaft der Scheinheiligen

Wir erleben derzeit einen Rückschritt ins tiefste Mittelalter: Nicht mehr Fakten, wissenschaftliche Erkenntnisse oder der gesunde Menschenverstand sollen und dürfen unser Tun und Denken bestimmen sondern die Moral. Und was „moralisch“ einwandfrei ist, bestimmen die Regierenden bzw. die grüne Agenda, der sie alle folgen.  Wer hier nicht mitmacht bzw. wer Bedenken anmeldet, zu anderen Ergebnissen/Rückschlüssen kommt oder Fakten vorbringt, wird schnell aus der Gesellschaft und Gemeinschaft der „Heiligen“ ausgeschlossen, verfolgt und denunziert. Ein gesunder Diskurs ist nicht mehr möglich, weil alles auf die moralische Ebene gezogen wird. Mit „Gläubigen“ kann man nicht (mehr) diskutieren. Sie wollen einen immer von ihrem Glauben überzeugen. Gläubige verteidigen oder rechtfertigen immer ihren Glauben und niemals die Realität oder die Fakten!

Problem: Wer sich moralisch auf der vermeintlich einzig richtigen (besseren) Seite wähnt, wird zu allem bereit sein. Er wird seine Gegner diskreditieren und verfolgen. Seine eigene „Moral“ ist zu seinem Gott und zu seinem Glauben geworden und jeder, der diesen Glauben anzweifelt ist ein Häretiker, begeht Blasphemie und muss aus der Gemeinschaft der Scheinheiligen ausgeschlossen werden.

Häresie (von altgriechisch αἵρεσις haíresis, deutsch ‚Wahl‘, ‚Anschauung‘, ‚Schule‘)[1] ist im engeren Sinn eine Aussage oder Lehre, die im Widerspruch zu kirchlich-religiösen Glaubensgrundsätzen steht. Im weiteren Sinn kann eine Häresie eine vom Anerkannten abweichende Lehre, Meinung, Doktrin, Ideologie, Weltanschauung oder Philosophie sein. Ein Häretiker ist ein Vertreter einer Häresie.

Wikipedia

Die ersten Christen wurden einstmals zuerst von den Römern verfolgt. Aus den einst Verfolgten wurden später im Mittelalter dann die Verfolger. Das zieht sich leider durch die komplette Geschichte aller Länder und Menschen. Es ist immer die vermeintliche Moral, die zu Verfolgung und Krieg führte. Heutzutage sind wir alle, die wir nicht den Moralvorstellungen- und Vorgaben der Regierenden und deren Ideologie und Agenda folgen Häretiker.

Was man im Mittelalter mit Häretikern tat, ist allseits bekannt. Ein Twitterfreund hat es treffend formuliert: „Die Steinigungen finden heute digital statt“. Weicht man von den Glaubenssätzen der Regierenden ab, wird man entweder in den sozialen Medien mundtot gemacht, gesperrt oder gemeldet. Im schlimmsten Falle wird man sogar vor Gericht gestellt und gesellschaftlich ruiniert.

Was sagen kluge Leute zur Moral?

Arthur Schopenhauer hat sich auch mit der Moralfrage in seiner Schrift „Über die Grundlage der Moral“ auseinandergesetzt und kam zu folgendem Ergebnis:

Wer sagt euch, dass es Gesetze gibt, denen unser Handeln sich unterwerfen soll?

Arthur Schopenhauer

Das will natürlich keiner hören, wie so oft, wenn Schopenhauer etwas Wahres gelassen aussprach und den Menschen den Spiegel vorhielt. Wenn es nämlich keine moralischen Gesetze gibt, nach denen wir alle unser Handeln ausrichten müssen, gibt es auch keine Gesetzesübertreter, die verfolgt werden müssen. Dann beginnen wir alle miteinander zu diskutieren und einander zuzuhören. Dann geht es nicht mehr darum, den anderen auf Teufel komm raus zu überzeugen oder ihm eins über die Rübe zu geben, wenn er etwas anderes glaubt bzw. für richtig hält.

Es gibt aber nicht nur die Moral sondern auch die „Hypermoral“, also die übertriebene Moral:

Der Hypermoralismus ist ja nicht politisch neutral, sondern wir kennen ihn vor allem eigentlich aus dem linken oder linksliberalen Lager. Er ist der Versuch, die Gesellschaft anhand linker Ordnungsvorstellungen und eines weitestgehend links konnotierten Menschenbildes auszurichten und hat seine Wurzeln in der 68er-Bewegung und in der kulturellen Hegemonie, die in einigen Teilen der Gesellschaft zumindest dieser Linksliberalismus inzwischen erlangt hat.

Alexander Grau

Und genau das erleben wir seit ein paar Jahren ganz extrem in unserem Land aber auch weltweit! In sehr vielen Artikeln habe ich über diese Agenda der Eliten, auch „Great Reset“ oder „Agenda 2030“ geschrieben, der wir uns alle unterwerfen müssen.

Neben der Moral gibt es dann noch die „Doppelmoral“

Diese erleben wir tagtäglich mannigfaltig  von unseren eigenen Regierenden: Waffen und Krieg sind nur dann böse, wenn sie von den Falschen betrieben werden. Freiheitsberaubungen durch harte Coronamaßnahmen sind voll in Ordnung und notwendig, aber in anderen Ländern werden unliebsame Machthaber deswegen verurteilt und weggeputscht.

Es ist immer deren eigene Moral, die das Denken und Handeln der Moralapostel bestimmen! Die Moral der Anderen interessiert die nicht.

Erst kommt das Fressen, dann die Moral!

Hier ist noch so ein Moral-Ding: Aktuelles Beispiel hierfür ist unsere Familienministerin Anne Spiegel, die sich während/nach der Ahrtal-Flut-Katastrophe erst mal vier Wochen Urlaub mit ihrer Familie gönnte. Später dann rechtfertigte Frau Spiegel nach berechtigtem Shitstorm und Rücktrittsforderungen diesen pietätlosen Urlaub in einer TV Ansprache mit ihrem kranken Ehemann, den vier kleinen Kindern und einer schwierigen Coronazeit. Als ob wir nicht alle, also Millionen andere Familien ebenso unter der harten Coronazeit litten und leiden! Keiner hat uns gefragt, wie wir das alles bewältigen sollen und hat Rücksicht auf uns genommen. Eigentlich wäre ein Rücktritt von Frau Spiegel angebracht. Aber nein, Medien und Parteifreunde goutieren diesen peinlichen Auftritt noch und sie hält es weiterhin nicht für nötig, ihren hochdotierten Ministerposten zu räumen und zuzugeben, dass sie für dieses Amt weder moralisch noch fachlich geeignet ist. Interessant auch, welche Prioritäten diese Grüne setzt. Anstatt beruflich kürzer zu treten und sich um Mann und Familie zu kümmern, ist ihr ihre Karriere als Ministerin also doch wichtiger. Das sollte ihrem Ehemann auch zu denken geben.

Update: Frau Spiegel ist nun doch zurückgetreten. Der Druck war wohl doch zu groß.

Macht die Moral uns Menschen und unsere Gesellschaft besser?

Hier kommen wir nun zu des Pudels Kern. Kurze Antwort: Nein! Die Moral macht uns eben nicht zu besseren Menschen. Sie macht uns nur zu besseren Sklaven! Und sie macht auch unsere Gesellschaft nicht besser. Sie macht uns zu intoleranten, kleingeistigen und gefährlichen Menschen, die sich keine Mühe mehr geben, anderen zuzuhören oder sich mit anderen Argumenten auseinanderzusetzen. Die Moral oder „Hypermoral“ schließt einen gesunden Diskurs aus. Wer moralisiert, wer dem Absolutismus von Gut und Böse frönt, der wird sich am Ende dafür rächen wollen, dass andere seinen Moralvorstellungen oder seinem Glaubenskonstrukt nicht folgen wollen oder können.

Und die Moral von der Geschicht, mit moralinsauren Gläubigen bringt alles Diskutieren nicht(s).

…gerächt ist nicht gerecht, Rache nicht Gerechtigkeit! Je primitiver ein Mensch, je ahnungsloser, unbelehrter, und sei er noch so gelehrt, desto lauter das berüchtigte Rübe-ab-Gebrüll, ohne tieferes Verständnis für die Gründe und Abgründe eines jeden von uns, des Glücklichen wie des Unglücklichen.

Karlheinz Deschner

Die Moral ist die Mutter vieler Lügen.

Erhard Blanck

2 Kommentare zu „Die Unterwerfung unter die Moral – oder: Mit Volldampf zurück ins Mittelalter

  1. Oha – Moral ist doch nicht das gleiche wie Glaube. Ich verteidige das, woran ich glaube. Moral ist ein innerer Kompass, der meiner Meinung nach aus gelernten und intrinsischen Werten gebildet wird. Moral ist ein Wertgerüst. Glaube ist eine Antwort auf Sinnfragen bei denen es an Fakten fehlt.

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  2. Glaube bestimmt doch ebenfalls ein Wertgerüst – siehe die zehn Gebote im christlichen Glauben. Die Muselmanen haben auch ihr Wertgerüst und glauben auch eine Antwort auf Sinnfragen zu haben.
    Die Missionierung war/ist ein Glaubensgebot des Christentums und des Islams. Nur ein Beispiel: Karl, genannt der Große, hat brutalst die heidnischen Sachsen allerchristlichst abgeschlachtet. Ein Glaubensgebot. Also, Glaube ist nicht frei von Fehlern.
    Frage: Gab es jemals Glaubenskriege, Religionskriege, zwischen heidnischen Religionen?

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