Think positive – oder: Ich bin was ich denke

Schon länger trage ich mich mit dem Gedanken, einen positiven Text zu schreiben. Und zwar einen uneingeschränkt positiven. Einen, der so absolut nervtötend positiv ist, dass er schon an Provokation grenzt, gerade in der heutigen Zeit, die ja wirklich alles andere als positiv ist. Trotzdem. Denn der Mensch ist das, was er denkt oder wie er über Dinge denkt. Diese alte Binsenwahrheit stimmt tatsächlich und auch stimmt es, dass wir uns selbst umprogrammieren können. Wenn wir es wollen und zulassen, dann können wir es. Und das fängt als erstes damit an, den Begriff „Ja aber“ aus unserem Wortschatz zu verbannen.

Die Macht der Worte – oder: Ich bin was ich denke

Denk ich an Sommer, dann denke ich an Sonnenschein, Strand, Meeresrauschen, Rimini, Strandspaziergänge, Sonnenmilch, Spaghettieis, Wasserball, Schnorcheln, Palmen, Karibik, Ostsee, Dünen, Muscheln suchen, Schwimmen, auf der Luftmatratze im Wasser treiben lassen, Badesee, ein Buch lesen, Wandern gehen, nach dem Abendessen an der Promenade bummeln, Kuhglocken, saftige Wiesen, plätschernder Bergbach, absolute Stille, schwimmen in einem kalten Bergsee, Enzian, Alpenrosen, Brotzeit auf einer Hütte…

Toll, oder? Bekommt man da nicht gleich richtig gute Laune? Lauter positiv besetzte Begriffe, die sich endlos erweitern lassen.

Aber es gibt noch viel mehr tolle und positiv besetzte Worte, unabhängig von Ferien und Sonnenschein.

Mama, warmer Kakao, Kuscheldecke, erste Tasse Kaffee am Morgen, Vogelgezwitscher, ins Kino gehen, Grillfeier, Kaffeekränzchen, Zuhause, Geschenke auspacken, bummeln gehen, einen Ausflug ins Grüne machen, basteln, Handarbeiten, was Leckeres kochen, Spieleabend, Geruch von warmem Vanillepudding, heißer Apfelstrudel, ein kühles Bier am Feierabend, Wochenende, erster Ferientag, ausschlafen, den Hund/die Katze streicheln, einen Kuchen backen, von der Arbeit abgeholt werden, im Garten werkeln, musizieren…

Na, hast Du schon genug, oder geht noch was?

Herbstspaziergang durch einen bunten Blätterwald, an einem regnerischen Tag gemütlich zuhause sitzen und dem Regenprasseln auf der Fensterbank zuhören, Kerzenschein, einen schönen Film ansehen,  Wärmflasche, Regenbogen, barfuß laufen, tolle Gespräche mit interessanten Menschen, Dein Lieblingswein, Dein Hochzeitstag, Lieder singen, unter der Dusche singen, Dein Lieblingsparfum, abends ausgehen, duftende Rosen, Geruch des warmen Sommerregens, barfuß im Gras laufen, ein neues Auto/Fahrrad kaufen, Fußball anschauen, auf ein Konzert gehen, ins Museum gehen, essen gehen….

Die Liste mit positiven Begriffen kannst Du beliebig lang fortsetzen und Dir diese positiven Worte in Deinen Gedanken vorsagen. Versuche es einmal, Du wirst sehen, wie sich Deine Laune merklich bessert. Es funktioniert wirklich!

Ein paar Lesetipps, die garantiert glücklich machen:

„Sorge Dich nicht, lebe!“ Dale Carnegie

Psalm 23 und Psalm 91, Die Bibel

„Die Kunst, glücklich zu sein“, Arthur Schopenhauer

Gedichte von Eugen Roth und R.M. Rilke

„In die Sonne schauen“, Irvin D. Yalom

„Doktor Erich Kästners Lyrische Hausapotheke“, Erich Kästner

Wenn gar nichts mehr geht, dann gehen Gedichte 🙂

Nur Geduld!

Das Leben, das die Meisten führen
zeigt ihnen, bis sie’s klar erkennen:
Man kann sich auch an offenen Türen,
den Kopf einrennen!

Erich Kästner

Was auch immer geschieht:
Nie dürft ihr so tief sinken,
von dem Kakao, durch den man euch zieht,
auch noch zu trinken.

Erich Kästner

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm;
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: Bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.

R.M. Rilke

Betrachtung der Zeit

Mein sind die Jahre nicht die mir die Zeit genommen
Mein sind die Jahre nicht / die etwa möchten kommen
Der Augenblick ist mein / und nehm‘ ich den in acht
So ist der mein / der Jahr und Ewigkeit gemacht.

Andreas Gryphius

Freudvoll und leidvoll

Freudvoll
und leidvoll,
gedankenvoll sein.
Langen
und bangen
in schwebender Pein,
Himmelhoch jauchzend,
zum Tode betrübt;
glücklich allein
ist die Seele, die liebt

Johann Wolfgang Goethe

Ahnungslos

Ein Mensch hört staunend und empört,
dass er, als Unmensch, alle stört:
Er nämlich bildet selbst sich ein,
der angenehmste Mensch zu sein.
Ein Beispiel macht Euch solches klar:
Der Schnarcher selbst schläft wunderbar.

Eugen Roth

Ein Mensch schaut in der Straßenbahn
der Reihe nach die Leute an
Jäh ist er zum Verzicht bereit
Auf jede Art Unsterblichkeit

Eugen Roth

Verloren ist, wer den Humor verlor

Otto Julius Bierbaum

Das wünsche ich Euch und uns allen, dass wir trotz allem unseren Humor nicht verlieren! Dazu eine große Prise Achtsamkeit und viele gute Gedanken.