Sag’s mit Limericks – oder: Manchmal hilft nur noch Galgenhumor

Irgendetwas Seltsames ist geschehen, über Nacht scheint mich die Limerick-Muse geküsst zu haben, denn plötzlich fallen mir lauter Limericks zum aktuellen Geschehen ein. Möglich wäre es, so wie auch eine liebe Twitter-Freundin vermutete, dass dies eine Art von Galgenhumor ist, eine letzte Zuflucht, bevor ich endgültig verzweifle, weil ich die Corona-Horror-Picture-Show einfach nicht mehr ertragen kann.

Tatsächlich erträgt sich der ganze Wahnsinn mit Limericks ein klein wenig leichter. Probiert es doch selbst einmal aus und dichtet ein paar Verse. Man fokussiert sich und fühlt sich gleich etwas besser. Fast könnte man es als eine Art von Therapie begreifen. Oder es ist halt einfach nur der berühmte Galgenhumor, der einem das Auswegslose doch ein wenig erträglicher macht. Wie dem auch sei. Hier also meine gesammelten Limericks in der Hoffnung, Euch damit ein klein wenig Freude zu bereiten oder auch zu inspirieren, auch, wenn die Themen natürlich bierernst sind. Achja, apropos Bier, tatsächlich spielt der süffige Gestensaft fast schon eine Hauptrolle in meinen Limericks. Im Bier liegt also auch Wahrheit. Ich glaube mit einem Glas intus oder zwei reimt es sich doppelt so gut!

Vorgestern überlegte ich mir, einen Twitter-Sabbat einzulegen und mal für ein, zwei Wochen nicht mehr mitzuzwitschern. Dieses Vorhaben hielt ich am nächsten Tag ganze ca. 5 Stunden aus. Daraus entstand mein erster Limerick.

Bin ich nicht auf Twitter
fehlt mir das tägliche Nachrichtengewitter
Bin ich jedoch pausenlos dort
Schreit alles in mir: Nur fort!
Diese Situation ist bitter.

Abends dann verbrannte der Kartoffel-Auflauf, die ganze Käseschicht war schwarzgeschmort und die Küche stank schrecklich nach dem verbrannten Käse, vom Backofen ganz zu schweigen. Der Abend war gelaufen.

Ist der Auflauf im Eimer
isst ihn so sicher keiner
ist das Bier dann auch noch alle
Geht man am besten nur noch in die Falle
das ist in jedem Falle feiner.

Und jetzt zum Corona-Komplex

Sag ich JA zur Impfung
Erspar ich mir viel Beschimpfung
Sag ich zu der Impfung NEIN
dann kann ich mir sehr sicher sein
mir blüht bald böseste Verunglimpfung.

Schau ich täglich froh in die Runde
höre ich immer nur Corona in aller Munde
gibt es denn gar keine anderen Themen?
Muss ich das wirklich für immer hinnehmen?
Wenn ja, dann geh ich vor die Hunde!

Anstatt mich mit Gegnern zu raufen
Geh ich lieber mit Gleichgesinnten saufen
verpetzt mich dann ein Denunziant
find ich das in etwa so interessant
wie ein lauwarmer Hundehaufen

Rammst Du Dir rein die Impfe
bist Du einer der vielen Pimpfe
lässt Dich von der Regierung verladen
Hast dabei doch selbst nur den Schaden
und über Dich kommt bald Schande und Schimpfe

Impfst Du Dich erst lautstark mit Pfizer
wähnst Dich mehr als andere weiser
Dann plötzlich kippst Du um
Das ist aber auch zu dumm
gleich tönen Deine vormals lauten Worte leiser

So, das war’s dann erst mal mit den Limericks. Mal schauen, wie lange meine Limerick-Phase anhält. Jedenfalls hat es ein wenig Erleichterung in schwierigen Zeiten gebracht, auch wenn sich die Gesamtsituation dadurch natürlich nicht verbessert hat.

3 Kommentare zu „Sag’s mit Limericks – oder: Manchmal hilft nur noch Galgenhumor

  1. Das sind ganz hervorragende Limericks.

    Und ich denke auch, dass Humor hilft, gerade in diesen besch…eidenen Zeiten. Und die Form des Limericks gefällt mir sehr gut.

    Durch Deine Limericks und einige Artikel inspiriert, habe ich einen für Dich:

    Die Corona-Maßnahmen nehmen überhand.
    Deswegen Tammy aus Deutschland verschwand.
    In Tschechien wurde sie angeschwemmt,
    aber die Sprache, die blieb Ihr fremd.
    Darum kommt sie zurück ins deutsche Land.

    Gefällt 2 Personen

  2. Sehr schön. Sollte es mich überkommen, würde ich wahrscheinlich Goethes ‚Wandrers Nachtlied‘ als formales Muster wählen, in das dann neue Inhalte gegossen werden können. – Zum Thema Alkohol und Kreativität ist vielleicht ein Blick auf Gerhart Hauptmann interessant, der unter Einfluß gern mehr oder weniger kritische Knittelverse im Tagebuch zu notieren pflegte, die ihm beim Wein und im Dialog mit einer hölzernen Hans-Wurst-Puppe einfielen. Dazu und mehr in diesem digital frei verfügbarem Buch (mit Bitte um Verzeihung für die Eigenwerbung) : https://doi.org/10.15488/221

    Gefällt 1 Person

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