Sag mir, wo die Fähnchen wehen – Oder: Wie tauscht man ein Volk aus?

Jene, die ihre Fähnchen in jedweden Zeitgeistwind hängen, der ihnen um die Nase weht, haben stets den richtigen Riecher für das, was en vogue ist und echauffieren sich jetzt vollmundig über Leute, die mit Reichsfahnen am Reichstag wedelten.

Die üblichen Verdächtigen

Die, die immer die Nase vorn haben, wenn es darum geht, dem deutschen Volk den Garaus zu machen und die Corona-, Klima- oder Nazi-Angst zu schüren, waren auch da wieder mit dabei, als es darum ging, das Volk gegeneinander auszuspielen. Sei es Heiko Maas, der außer enganliegenden Maßanzügen eine erbärmliche Figur macht oder unser Staatsunterhaupt Frank-Folter Steinmeier und natürlich die große Coronastaatsratsvorsitzende ließen es sich nach der großen Freiheits-Demo in Berlin vor ein paar Monaten, nicht nehmen, Bilder von Reichsfahnenschwenkenden Menschen in ihrem Sinne zu instrumentalisieren.

Über die eigentliche Demo und die überragende Anzahl der friedlichen Teilnehmer und deren berechtigte Forderungen sprach dann so gut wie keiner mehr. Ein kleiner Lapsus, so man ihn überhaupt so bezeichnen kann, wurde von den üblichen Luftnummern wie ein Heißluftballon aufgeblasen und durch den Medienkakao gezogen. Genauso, wie man die Deutsche Geschichte auf die 12 Jahre Schreckensherrschaft reduziert, geilt man sich auch hier wieder an einer verkürzten Erzählung auf. War es nicht im Ukraine Konflikt ähnlich? Es hieß dann später nur noch, dass Russland die Krim besetzt habe. Einfach so, als ob es da gar keine Vorgeschichte gegeben hatte.

Warum heißt der Reichstag eigentlich Reichstag?

Das wollte ich in einem Tweet wissen. Und ja, es war eine rhetorische Frage. Denn, der Reichstag heißt so, weil in ihm damals Vertreter des Deutschen Reiches tagten.

Erster Sitz eines Reichstages in Berlin war das Preußische Herrenhaus in der Leipziger Straße 3. Hier tagte ab 1867 der Reichstag des von Preußen dominierten Norddeutschen Bundes. Nach der Gründung des Deutschen Reiches 1871 kamen die Abgeordneten der süddeutschen Staaten hinzu, sodass ein größeres Gebäude benötigt wurde. Man zog zunächst in das Preußische Abgeordnetenhaus (Leipziger Straße 75). Bald erwies sich auch dieses als zu klein. Der Reichstag verabschiedete am 19. April 1871 einen Antrag, in dem es hieß: „Die Errichtung eines den Aufgaben des deutschen Reichstags entsprechenden und der Vertretung des deutschen Volkes würdigen Parlamentshauses ist ein dringendes Bedürfnis.“ Ein anderer, mit Blick auf den kurz zuvor errungenen Sieg über Frankreich und die Reichsgründung stark nationalistisch formulierter Antrag für den Neubau fand keine Mehrheit.

Wikipedia

So einfach ist also die ganze Schose.

Nochmal. Der Name des Reichstags leitet sich aus „Reich“ (Kaiser-Reich) ab. Und passend zu eben jenem Kaiserreich (von 1871 bis 1918) gab es auch eine Flagge mit den Farben schwarz-weiß-rot. Das ist Teil unserer Vergangenheit. Und eben jene „böse“ Flagge wurde von ein paar wenigen Menschen am Portal des Reichstags geschwenkt. Meine Güte, was ist denn daran so schlimm? Lassen wir doch mal die Kirche im Dorf oder den Reichstag als das, wofür er seinerzeit geschaffen wurde: Für das Deutsche Volk. Egal mit welcher Flagge.

Was ich mich frage: Warum hat man eigentlich damals Berlin und den Reichstag als Sitz des wiedervereinten Deutschlands auserkoren? Warum ist man nicht einfach bei Bonn als Hauptstadt der BRD geblieben? Warum hat man nicht damals schon konsequenterweise Anstoß genommen am Wort „Reichstag“ und sich geweigert in diesem alten Gemäuer, in dem schon Abgeordnete des ach so bösen damaligen Kaiserreiches saßen, zu tagen? Der Reichstag ist also gut und aber die Reichsflaggen sind böse, oder was? Da passt doch etwas nicht zusammen.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass Gesetze weiterhin in Bonn ausgegeben werden, wie man am „Bundesgesetzblatt“ sehen kann. Dort steht nämlich „Ausgegeben zu Bonn am…..“. Wer es nicht glauben mag, möchte bitte hier schauen. Auf diesen mir bis dato unbekannten aber äußerst interessanten Umstand machte mich Twitter-Freund aufmerksam. Danke an „Ersatz Dampf.

Irgendwie seltsam oder?

Und warum stört man sich dann nicht auch an die weit über Berlins Grenzen hinaus bekannte Kaiser- Wilhelm-Gedächtniskirche und benennt sie am besten auch gleich systemkonform um? Sie trägt nämlich ihren Namen zum Andenken an den Deutschen Kaiser Wilhelm.

Die evangelische Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist ein Baudenkmal auf dem Breitscheidplatz im Berliner Ortsteil Charlottenburg. Sie wurde im Auftrag von Kaiser Wilhelm II. zum Gedenken an seinen Großvater Kaiser Wilhelm I. in den Jahren 1891–1895 von Franz Schwechten im Stil der Neoromanik erbaut.

Wikipedia

Übrigens führten der „böse“ Kaiser Wilhelm und Kanzler Otto von Bismarck eine Unfallversicherung für die Arbeiter ein. Dieses „Unfallversicherungsgesetz“ wurde im dritten Anlauf 1884 vom Reichstag verabschiedet. So viel also zu dieser Zeit, die man heute am liebsten aus den Geschichtsbüchern streichen möchte.

Dem Coronagläubigen Volke

Da das Deutsche Volk nun wohl in jeder Hinsicht ausgedient hat. Da wir weder Deutsch sein noch uns als ein Volk fühlen dürfen, wäre es ja auch nur konsequent, die eingravierten Worte „Dem Deutschen Volke“ an der Vorderfront des Reichstags herauszumeißeln. Denn für uns, die wir nicht Corona-, Klima- oder Sonstwiegläubig sind, sind „unsere“ Volkszertreter ja nicht mehr da. Sie sind nicht nur nicht mehr für uns da. Nein, sie schikanieren und verachten uns. Wir sind ihnen lästig und sie wollen uns loswerden. Und sie sind auf einem guten Weg, dass es ihnen gelingt.

Wie tauscht man ein Volk aus?

Ganz einfach. Man nimmt ihm seine Traditionen, Werte und seine Geschichte. Dann flutet man das Land mit Landnehmern, die sich einen Dreck um jene Werte scheren. Man schafft Anarchie auf den Straßen. Zudem indoktriniert man Kinder schon frühzeitig mit dem neuen Zeitgeist-Gedankengut in Schulen und auf Universitäten. Dann schafft man durch eine neue Sprache und durch die Eliminierung von altbekannten Worten und Begriffen ein neues Denken. Zum schlechten Schluss schüttelt man gut durch, wartet noch ein paar Jahre und schwuppdiwupp hat man sich ein neues, gefügiges Volk geschaffen.

Hier das Flugblatt des Artikels zum Herunterladen und Verteilen.

Ein Kommentar zu „Sag mir, wo die Fähnchen wehen – Oder: Wie tauscht man ein Volk aus?

Kommentare sind geschlossen.