Zeige mir Deine öffentlichen WCs und ich sage Dir, in welchem Zustand sich Dein Land befindet!

Ich muss mal wieder über Scheiß schreiben. Nicht, dass es mir wirklich Freude bereitet, aber seit ich in Tschechien lebe, sehe ich Deutschland noch einmal mit ganz anderen Augen. Und auch was die öffentlichen Toiletten betrifft, so gibt es zwischen diesen beiden Ländern himmelweite Unterschiede.

Öffentliche Toiletten – eine Geschichte bei der es gar keine Missverständnisse gibt

Entweder sie sind sauber oder sie sind nicht sauber. Dazwischen gibt es meistens nichts, so meine Erfahrungen mit öffentlichen WCs

Meine erste Berührung mit öffentlichen WCs waren die Autobahnraststätten-WC-Anlagen entlang der Route Deutschland – Schweiz – Italien. Da meine Eltern früher vorzugsweise mit dem Auto in den Urlaub nach Italien gefahren sind, durchfuhren wir die Schweiz – meist über den St. Gotthard-Pass, um dann nach Italien an die Riviera oder auch an die Adria zu gelangen. Toll und unvergessen sauber waren die Toiletten an den Schweizer Raststätten. Sie waren fast schon Wohlfühloasen und was deren Sauberkeit betrifft nicht zu vergleichen mit sämtlichen Autobahnraststätten anderer europäischen Länder.

Auf der Durchreise – Sehnsuchtsland Schweiz und natürlich die Migros!

Es war schon als Kind für mich ein Erlebnis, Rast auf Schweizer Territorium zu machen. Die letzte größere Pause vor Italien war immer in Chiasso, einem eher gesichtslosen Ort im Schweizer Tessin direkt an der Grenze zu Italien. Dort gab es einen großen Migros MMM unweit der Autobahn, den wir ansteuerten. Ein Migros mit 3 M bedeutete, dass er mit einem Einkaufszentrum und einem Restaurant verbunden war. In diesem Migros Restaurant gingen wir essen und das war für mich meist der erste Höhepunkt des Urlaubs. Dort aß ich nämlich meine geliebten Chäsküchli und das legendäre Schweizer Bircher Müsli. Diese beiden Lieblingsgerichte kannte ich bereits aus anderen Migros-Restaurants, die meine Eltern oft besuchten, da wir ja am Bodensee wohnten und die Schweiz nur eine Fähre weit über den See lag.

Immer wenn ich in der Migros war, aß ich Bircher Müsli und Chäsküchli. Und so eben auch in Chiasso. Und dann ging es nochmals auf die Toilette, bevor wir die Grenze zu Italien passierten und es uns in die desaströse Klo-Diaspora Italiens verschlug.

WC Horror in Italien

Der WC-Gang an Italiens Autobahnraststätten, die meist „Auto-Grill“ hießen, war eine absolute Katastrophe und für mich als kleines Mädchen wirklich der Horror-Trip schlechthin. Erst recht nach den luxuriösen Schweizer WC-Wohlfühltempeln. Nicht nur, dass die italienischen Toiletten dreckig und versifft waren, übel rochen und durch ein kalt flackerndes Neonlicht wirklich in kein rechtes Licht gerückt wurden. Nein, es gab noch etwas viel Schlimmeres dort. Etwas, das mich regelrecht ängstigte und ich schrie manchmal wie am Spieß, wenn ich solch eine Toilette heimsuchen musste. Diese WCs waren im wahrsten Sinne des Wortes eine der größten Heimsuchungen meiner Kindheit. Denn bei diesen vorsintflutlichen Bedürfnisanstalten handelte es sich um sogenannte „Hocktoiletten“. Bei diesen WC-Zumutungen musste man sich auf den versifften Keramikrand des Beckens auf zwei Markierungen für je einen Fuß stellen, in die Hocke gehen und dann hockenderweise sein Geschäft verrichten. Und das in der Hoffnung, es möge alles recht schnell gehen. Natürlich ging es gerade dann eben gar nicht schnell und die zwei schmächtigen Mädchenbeinchen wurden immer schwächer, begannen zu zittern und drohten, auf dem feuchtversifften, glitschigen Keramikrand abzurutschen und mitsamt Mädchen von dem im Boden des Beckens furchterregend drohenden, runden, schwarzen Schlund verschlungen und in die ekligen Untiefen der italienischen Kanalisation eingesogen zu werden. Das jedenfalls war meine Kleinmädchenangst in Bezug auf die Horror-WCs auf italienischen Raststätten.

Meist ging es jedoch irgendwie gut und ich machte drei Kreuze und sang ein Ave Maria, wenn ich wieder selig und unbeschadet auf dem Rücksitz im Auto meiner Eltern saß und wir gen Meer fuhren. Oftmals hatte ich an der letzten Raststätte noch eine Strandeimergarnitur mit Förmchen, Rechen, Schaufel und Sieb erbettelt und so sah ich nun als stolze Besitzerin meiner Strandkostbarkeiten erwartungsfroh einem wunderschönen Strandurlaub entgegen. Und schnell verdrängte ich sämtliche Gedanken an die Horror-WCs der Autobahnraststätten.

Zeige mir Deine WCs und ich sage Dir wer Du bist

Jetzt lebe ich nun also schon seit drei Wochen in einem Land, von dem ich dachte, es sei ein Rückständiges. Tatsächlich schaute ich wohl unbewusst in unerträglicher deutscher Überheblichkeit auf alle möglichen anderen Länder herab. Ich bildete mir wirklich lange Jahre ein, in Deutschland zu leben sei das Nonplusultra. Und besonders sah ich eben auf die ehemaligen Ost-Block-Länder wie Polen, Ungarn oder Tschechien herab. Aber – Asche auf mein Haupt. Ich nehme alles zurück, was ich jemals dachte und was ich diesen Ländern fälschlicherweise unterstellte und behaupte nun das Gegenteil!

Pullerparadies Tschechien

Tatsächlich ist Tschechien in Punkto Sauberkeit der öffentlichen WCs aber auch der Parkanlagen, des Straßenbegleitgrüns und anderer Dinge (über die ich ja schon einige Artikel geschrieben habe) meilenweit voraus. Tschechien spielt, um es im Fußballjargon auszudrücken, quasi in der Toiletten-Champions-League, während Deutschland mittlerweile in die WC-Amateurliga abgerutscht ist.

Ich habe hier in Tschechien jetzt schon mehrere Einkaufszentren und diverse Supermärkte wie Kaufland, Albert oder Globus kennengelernt und dort jeweils die öffentlichen WCs aufgesucht. Und jedes Mal stellte ich erstaunt fest, wie es auch gehen kann. Unglaublich, wie komfortabel, sauber und gepflegt öffentliche Toiletten auch sein können im Gegensatz zu Deutschen Toiletten. Und nicht nur das. Sie sind noch dazu kostenlos! Überall. Es gibt dort wohlriechende Seife, Papierhandtücher und sogar warmes Wasser! Und dort sitzt auch keine gelangweilte Klofrau mit forderndem Blick auf einem Hocker vor einem kleinen runden Tischchen auf dem ein Tellerchen mit lauter 50-Cent-Stücken liegt, weil sie klammheimlich all die 20- und 10-Cent-Stücke weggelegt hat. Was für eine Wohltat ist es, einfach nur auf das Klo zu gehen, ohne von der WC-Frau mit vorwurfsvollen Argusaugen-Blicken bedacht zu werden, wenn man sich erdreistet,  statt der geforderten 50 Cent nur 30 Cent verschämt auf das Tellerchen zu legen. Oder man vielleicht sogar einfach gar nichts gibt, weil man sich fragt warum man das tun sollte. Warum? Ganz einfach. Weil die Toilette aussieht wie Sau. Weil das Toilettenpapier fehlte oder durch einen Rinnsal, der sich Toilettenspülung nennt, nicht abgespült wurde und dadurch das Klo verstopfte. Oder weil die Seife aus war oder es überhaupt niemals Seife gab. Oder weil es keine Papierhandtücher gab. Oder ganz einfach weil es erbärmlich stank und der Boden von Urin und sonstigen Spuren nebst Toilettenpapierresten versifft und verklebt war. Genau deswegen sah ich oftmals nicht ein, einer Person, die sich Reinemachefrau nennt und die ihrem Namen so gar keine Ehre machte, nur einen müden Heller zu geben. Und, weil dieses Geld sowieso an die Toilettenmafia geht und ich nicht einsah, dies auch noch zu unterstützen.

All das gibt es hier in Tschechien nicht. Hier wird noch etwas für die Menschen getan, damit sie sich wohl fühlen. Im Gegensatz zu Deutschland. Dort fühlen sich nur noch die wohl, die noch nicht so lang hier leben und die wahrscheinlich auf sauberes Pinkeln keinen gesteigerten Wert legen. Hauptsache die Pinkepinke stimmt. Mehr ist hier nicht mehr.

WC in einem Einkaufszentrum in Liberec
WC in einem anderen Einkaufszentrum im Liberec

Deutschland hat sich selbst zur Melkkuh für Menschen vom Stamme Nimm reduziert und wundert sich, dass immer mehr Menschen das Land mit fliegenden Fahnen verlassen. Und zum schlechten Schluss werden einem durch unsinnige Corona-Maßnahmen noch die letzten Freuden am Leben genommen.

Urlauber werden dadurch bestraft, dass sie, wenn es nach Armin Laschet geht, nach ihrer Heimkehr aus dem Urlaub noch selbst für einen Corona-Test aufkommen müssen. Oder wenn man aus einem Corona-Hotspot kommt, muss man damit rechnen, seinen Urlaubsort sofort verlassen zu müssen oder darf erst gar nicht einreisen. Und jetzt hört man, dass die große Vorsitzende Merkel an Ausreisesperren denkt.

Meine Güte, was ist nur aus Deutschland geworden? Genauso desolat wie Deine Toiletten ist das ganze Land.

Zeige mir Deine Toiletten und ich weiß, woran ich mit Dir bin, Deutschland!

5 Kommentare zu „Zeige mir Deine öffentlichen WCs und ich sage Dir, in welchem Zustand sich Dein Land befindet!

  1. Vielen Dank für den tollen Artikel.

    Du schreibst schonungslos unbequeme Wahrheiten über Deutschland. Wenn ich so darüber nachdenke, ist es eine zutreffende Metapher, das heutige Deutschland mit übel riechenden, verdreckten Toiletten zu beschreiben. Öffentliche Toiletten waren auch früher schon in Deutschland ziemlich übel, aber mittlerweile kommt noch die ganze politische Situation dazu. Dies ist nicht erst seit den „Schutzmaßnahmen“ wegen Corona so, sondern beginnt mit dem Ausverkauf der sozialen Errungenschaften seit Kanzler Schröder. Gemeinsam mit den Grünen wurde die soziale Marktwirtschaft der BRD abgewickelt und seit Merkel beerdigt. Man könnte also sagen, diese Regierungen seit Ende des kalten Krieges waren allesamt ein griff ins Klo.

    Deine Horror-WC-Erfahrungen in Italien kenne ich aus Südfrankreich. Dort war es am schlimmsten auf einem Campingplatz. Auf diesen Stand-WCs waren regelmäßig der ganze Abflussbereich verschi**en, nur die Stellflächen für die Füße waren halbwegs frei. Auch die Haltegriffe rechts und links waren mit Fäkalien beschmiert, so dass mir schon Übel wurde, wenn ich nur in die Kabine geschaut habe. Damals dachte ich, das ist also die „Grande Nation“.

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    1. Lieber Peter Pattex! Herzlichen Dank für Deine tollen Ergänzungen zu diesem heiklen Thema. Deine Bezeichnung „Griff ins Klo“ zu den Regierungen seit Ende des kalten Krieges ist wirklich excellent gewählt. Herzliche liebe Grüße von Tammy 🙂

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  2. Ich war schon etwas länger nicht mehr auf dieser Seite. Herzlich willkommen in den Visegrád-Staaten und Gruß aus Ungarn. Gute Entscheidung. Diese komischen Hockklos kenne ich aus Frankreich, die sind auch die normalen in den muslimischen Ländern. Ich habe mich immer geweigert, so etwas zu benutzen, wenn der Islam in D. so richtig da ist, was Gott verhüten möge und die Menschen in D. noch rechtzeitig aus dem Schafsschlaf aufwachen, dann kommen diese Scheißdinger auch in D. immer mehr in die öffentlichen WCs, immermehr freue ich mich, daß ich nicht mehr in D. lebe.

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