Deutschland ist nicht alternativlos – Meine Erfahrungen und Erlebnisse in Tschechien, einem liebens- und lebenswertem Land

Meine ersten Eindrücke und Erfahrungen in diesem überaus liebenswerten Land habe ich bereits in mehreren Artikeln geschildert. Hier findet Ihr auch praktische Tipps zum Auswandern und was man beachten sollte.

Neue Wege gehen

Willkommen im Paradies – oder: Tammy kam, sah und liebte

Café Wunderbar – Wo es mehr als Kaffee und Schokolade gibt

Tamara und wie sie Tschechien sah – oder: Tammy schaukelt

Die Sprache – nichts für Anfänger

Um in Tschechien halbwegs über die Runden zu kommen, ist es wirklich wichtig, dass man entweder a) der tschechischen Sprache mächtig ist (zumindest ein wenig) oder b) jemanden kennt, der Tschechisch spricht und der einem gerade auch bei Behördengängen beiseite steht. Mit Englisch kommt man auf dem Lande leider nicht sehr weit. Das mag in Prag aber anders sein.

Schöner wohnen auf dem Lande….

Wenn man nicht gerade in Prag leben möchte, ist man, kaum ist man aus Prag draußen, auf dem Lande. Das habe ich mir von einem Tschechien-Kenner sagen lassen. Ich war zwar selbst noch nicht in Prag, kann es mir aber lebhaft vorstellen.

Hier auf dem Lande leben die meisten Leute in ihren eigenen Häuschen. Diese stehen oftmals in keinem guten, baulichen Zustand inmitten von großen Grundstücken. In den Städtchen gibt es aber auch Mietwohnungen. Die Mietwohnungen befinden sich meistens in ehemals kommunistischen Plattenbau-Hochhäusern. Mehrfamilienhäuser-Neubauten in gehobener Ausstattung gibt es hier kaum. Für deutsche Verhältnisse sind die Häuser und Grundstücke hier spottbillig. Man bekommt bereits für 80.000 Euro ein einfach Haus mit großem Grundstück. Jedoch muss man dann schon noch Geld in eine Renovierung oder ggf. Sanierung investieren, wenn man es ein wenig „netter“ haben möchte. Man merkt schon, dass der Wohn- und Lebensstandard hier ein paar Klassen unter dem in Deutschland liegt. Aber auch hier gibt es wohlhabende Menschen und tatsächlich sieht man auch hier das ein oder andere Traumhäuschen. Wer bereit ist, Abstriche zu machen, das nötige Kleingeld hat oder handwerklich begabt ist, kann hier aber durchaus (s)ein Stück vom Glück finden.

Tschechien – nicht so dufte für Duft-Liebhaber

Wer parfumbegeistert ist und auf Kosmetik abfährt, der hat in Tschechien eher schlechte Karten. Tatsächlich ist es so, dass es in dem kleinen Städtchen mit seinen knapp 50.000 Einwohnern, in dessen Nähe es mich verschlagen hat, keine einzige Parfümerie gibt. Und nicht nur das. Selbst billigste Drogerie-Duftwässer, die man aus Deutschland kennt, sucht man hier vergebens in den Drogerien. Es gibt lediglich ein paar No-Name-Wässer, denen man schon an der billigen Verpackung ansieht, dass das „Duftwässerchen“ wahrscheinlich genauso riecht wie selbige Verpackung. Billig und schlecht. Aber auch die Herren der Schöpfung sehen eher alt aus, wenn sie hier auf dem Lande auf der Suche nach einem halbwegs brauchbaren Eau de Toilette oder After Shave sind und sich nicht die stinkende Nivea-Plörre ins Gesicht schmieren wollen. Die kann Mann sich nämlich getrost in die Haare schmieren. Wenn überhaupt. Bleibt als einzige Alternative das gute alte „Old Spice“, bei dem der distinguierte und ein wenig in die Jahre gekommene Mister Old-Spice-Man weiß, was er hat und nicht wirklich etwas falsch machen kann. Wenigstens das gibt es hier. Damit hat sich die Sache dann aber auch schon erledigt. Also: Wem der Sinn nach guten oder gar edlen Parfums und hochwertiger Kosmetik steht, der muss mindestens in eine noch größere Stadt oder gleich nach Prag fahren. Oder aber er oder sie findet sich damit ab, dass ein gutes Parfum Schnee von gestern ist und besinnt sich auf die wirklich wichtigen Dinge, die da wären…..

Essen, Essig und eingelegtes Sauerkraut

Was ich hier leider auch vergebens suche ist Essig. Hier gibt es nur Apfelessig, Apfelessig und nochmals Apfelessig und manchmal Balsamico und das war es dann. Als Salat-Liebhaberin war ich es in Deutschland gewohnt, immer eine breite Auswahl an verschiedenen Essigen zu haben. Ich liebte Himbeeressig, den Surol-7-Kräuter-Essig, meinen geliebten Kressi, ital. Rotweinessig und sonstige Essig- und auch Öl-Spezialitäten. Das gibt es hier nicht. Keine Chance. Die Tschechen scheinen auf Essig keinen gesonderten Wert zu legen und daher haben sie hier nur Apfelessig. Das finde ich wirklich etwas schade. Und auch, dass die fertig angemachten Salate hier meist etwas süßlich schmecken. Vor allem der Gurkensalat bzw. dessen Soße ist süß.

Überhaupt gibt es hier zwar alles was man braucht und das in Hülle und Fülle. Aber meist eben in nicht so großer Vielfalt und Auswahl wie in Deutschland. Auch an der Salatkräuter- und Gewürz-Front sieht es einigermaßen düster aus. Es gibt zwar schon die wichtigsten Gewürze, die man so braucht, aber bei weitem eben nicht in dieser Vielfalt, wie ich sie aus Deutschland kenne. Vor allem habe ich bisher noch keine gefriergetrockneten Salatkräuter gefunden. Das mag daran liegen, dass hier jeder seinen eigenen Garten hat und sich selbst seine frischen Kräuter und Gewürze anbaut.

Auch was die Brötchen und das Brot betrifft, so hat der Kommunismus hier wirklich ganze Arbeit geleistet. Im Zuge der kommunistischen Gleichmacherei und Vereinheitlichung wurde dem Bäcker- aber auch Metzgerhandwerk wirklich der Garaus gemacht. Es gibt hier nur eine Sorte von Industrie-Brötchen und diese gibt es wirklich immer und überall. Zum guten Glück schmecken sie mir, da sie mich als große Italien-Liebhaberin stark an die ital. weißen Brötchen erinnern. Noch deprimierender ist das Wurstangebot. Eigene Metzger oder Schlachter, die noch selber Wurstwaren herstellen, ebenso wie Bäcker, die noch eigenes Brot und Brötchen backen, sucht man hier so gut wie vergebens. In der Beziehung ist hier wirklich alles gleich schlecht. Das gebe ich Euch deutschen links-grünen Gleichmachern, Salon-Sozialisten und Vielfalts-Apologeten ausdrücklich als Warnung mit auf den Weg. Der Kommunismus zerstört und eliminiert (anders als ihr immer predigt) jegliche Vielfalt! Wollt Ihr das wirklich?

Das sieht man leider auch an vielen heruntergekommenen, zerfallenen und trostlosen Gebäuden in den einstmals wirklich schönen Städtchen. Diese wurden während des Kommunismus einfach sich selbst überlassen und der Zahn der Zeit nagte unerbittlich an den einstmals prächtigen Hausfassaden. Unweit meines neuen Wohnortes dämmert ein ehemals herrschaftliches, stattliches Schloss im Dornröschenschlaf vor sich hin und wartet auf ihren Prinzen (Investor), der es zu neuem Leben erweckt.

Sauerkraut, nicht so sauer aber dafür sooo gut

Eine Spezialität ist hier wirklich das super leckere Sauerkraut, das hier zusammen mit den Brotknödeln zum Standardrepertoire bzw. Teller gehören. Die ältere, ländliche Generation stellt das Sauerkaut in großen Tontöpfen noch selber her. Wer dies nicht kann, der kauft es in Plastikbeuteln im Supermarkt. Es wird gekocht und dann mit gedünsteten Zwiebeln, Zucker und Essig verfeinert und schmeckt für meinen Geschmack jedenfalls sagenhaft gut.

Hühnerparadies – ein Gärtchen in Ehren kann niemand verwehren

Wer die Möglichkeit hat, hält sich hier in seinem Garten ein paar Hühner und hat somit stets seine eigenen frischen Eier. Tatsächlich habe ich noch niemals vorher so viele Hühner gesehen und auch gehört. Auf den kleinsten Fleckchen Land halten sich die glücklichen Tschechen stets ein paar glückliche Hühner. Aber auch Schafe, Kühe und Pferde sieht man auf den hügeligen Wiesen friedlich vor sich hin grasen.

Leider gibt es hier, anders als in Deutschland, nur wenige Wanderwege. Wenn man spazieren gehen möchte, muss man dies oft wirklich querfeldein tun und über Stock und Stein, sowie ungemähte Wiesen und Felder laufen. Den Luxus von befestigten oder gar asphaltieren Wegen in freier Natur hat man sich hier nicht geleistet. Das hat seine Vor- und Nachteile. Die Landschaft ist noch idyllisch und naturbelassen und hat damit ihren besonderen Charme. Aber sich durch meterhohes, wild wucherndes Gras und Stock und Stein zu schlagen, ist auch nicht jedermanns Sache. Aber ab und zu ist es möglich, auf landwirtschaftlichen Wegen ein wenig zu wandern und sich von einer bezaubernden Naturlandschaft in den Bann ziehen zu lassen.

Nun komme ich zum Ende, denn die Schaukel wartet und ich kann es kaum erwarten, mich in einen sonnigen Nachmittag zu schwingen. Für Hochsommer ist es jedoch ein wenig zu kühl. Das soll also der angekündigte Dürresommer sein? Wer glaubt diesen elenden Propagandisten und Weltungergangsapologeten eigentlich noch etwas? Amseli, mein neuer schwarz gefederter Freund mit gelbem Schnabel hat sich heute noch nicht blicken lassen. Mal schauen, ob sie heute noch vorbei geflogen kommt.

4 Kommentare zu „Deutschland ist nicht alternativlos – Meine Erfahrungen und Erlebnisse in Tschechien, einem liebens- und lebenswertem Land

  1. Meine Familie hat sch.Land vor knapp 2 Jahren verlassen. Haetten wir viel frueher tun sollen. Der Irrsinn war einfach nicht mehr auszuhalten.
    Allerdings war mir Europa noch viel zu nah an sch.Land.
    Obwohl die Deutschen viel reisen, erkennen sie offensichtlich nicht, dass es viele schoenere Orte gibt, an denen es sich vielangebehmer und stressfreier leben laesst. Die doitsche Staatspropaganda hat daran natuerlich ihren Anteil.

    Gefällt 1 Person

  2. Danke für diesen interessanten und aufschlussreichen Bericht, der wie immer, wunderbar zu lesen ist. Ein tschechisches Highlight hast Du bei den kulinarischen Genüssen meiner Meinung nach vergessen: tschechisches Bier. Da bekommt der Ausdruck »flüssiges Brot« zu seiner wahren Bedeutung.
    Ich wünsche Dir alles Gute in Tschechien und freue mich auf die kommenden Berichte aus Deiner neuen Heimat.

    Gefällt 2 Personen

  3. Hallo Tammy,

    ebenfalls danke für Deine nette und informative Beschreibung.
    Ich fühle mich beim Lesen in meine Kindheit zurückversetzt und beginne zu träumen:
    In einem deutschen Dorf bei meinen schon recht betagten Verwandten sah es nach dem Krieg ähnlich aus. Alles bescheiden, kaum Luxus, aber ganz viel Herzenswärme und auch ruhige und wohltuende Gemütlichkeit und Bodenständigkeit. Alle Dörfler waren in vielen Bereichen Selbstversorger. Der Einkauf in die nahe Stadt (ohne Auto) mit Zug, Handwagen, Pferdekutsche oder zu Fuß mit Rucksack war ein Höhepunkt der Woche oder gar des Monats.
    Ich schwärme noch immer von der angenehmen Naturverbundenheit und auch unberührten Natur und den ebenfalls zahlreichen Haustieren auf jedem Bauernhof. Es wurde fast alles selbst repariert oder geflickt, kaum etwas weggeworfen, Müll gab es sehr wenig. Genauso, wie Du es so lieblich beschreibst.
    Dies sind mit meine schönsten Kindheitserinnerungen. Obwohl das Plumpsklo im Hof war, auch im Winter.
    Genieße diese weitgehend unverdorbene und unerschlossene Umwelt und Natur, wenngleich sie teilweise (noch) sehr von unserer über-gepflegten und zersiedelten abweicht. Du bist sozusagen in einer noch nicht wohlstandsgeschädigten Vergangenheit, weit vor den jetzigen Missverhältnissen in D. und vor Corona.
    Und erfreue Dich der vielen unverdorbenen und ehrlichen, hilfsbereiten und auch zufriedenen Menschen.
    Ihr Lächeln in ihren freundlichen Gesichtern sagt oft mehr als viele Worte.
    Weiterhin eine wunderschöne Zeit wünsche ich Dir. Es wird Dir immer besser gefallen im tschech. Paradies.

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