Der Panther – Wo keine Träume mehr sind, da ist kein Leben mehr

Das Gedicht „Der Panther“ aus dem Jahre 1902 gehört zu Rainer Maria Rilkes bekanntesten und beliebtesten Gedichten. Und das zu Recht. Es ist großartig, wie Rilke hier das Wesen und den inneren wie äußeren Zustand des eingesperrten Panthers im botanischen Garten „Jardin des Plantes“ in Paris beschreibt.

Ein wenig erinnert mich dieser Panther an all jene in diesen Tagen, die sich ebenfalls eingesperrt fühlen. Eingesperrt in einem äußeren aber auch inneren Gefängnis. Die Überwachung und das Wegschließen von unbeugsamen Menschen gehen mit großen Schritten voran. Unsere Gesellschaft verändert sich in einer Weise, die mir das Blut in den Adern gefrieren lässt. Wir werden unserer äußeren und inneren Freiheit beraubt. Viele befürworten es sogar und halten es für notwendig.

Unsere Welt wird kleiner und enger. Das Recht wird gebeugt, unser Wille wird gebrochen, wie der des Panthers. Unruhig laufen wir auf und ab wie der Panther in seinem Käfig. Wir werden müde und mutlos. Unsere Kraft schwindet. Vor lauter Verboten sehen wir die Welt nicht mehr. Bilder und Träume, Pläne und Ziele verschwimmen. Sie hören auf in unseren Herzen zu existieren.

Wo keine Träume mehr sind, da ist kein Leben mehr.

Der Panther

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

Rainer Maria Rilke

Hier das Flugblatt zum Herunterladen und Verteilen.

6 Kommentare zu „Der Panther – Wo keine Träume mehr sind, da ist kein Leben mehr

  1. Passend dazu:

    http://www.beatebahner.de/
    Zwei Fluechtigkeitsfehler korrigiert:
    „Karfreitag, 10. April 2020, 17.30 Uhr
    [… Link …]
    Beate Bahner gibt hiermit ihre Anwaltszulassung zurück
    Sehr geehrte Mandanten, sehr geehrte Damen und Herren, 
    mehr als 25 Jahre habe ich Sie sehr gerne als Anwältin begleitet und mich für Ihr gutes Recht eingesetzt. 
    Nach Erhalt des Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts vom Karfreitag, 10. April 2020 habe ich entschieden, meine Anwaltszulassung zurückzugeben. 
    Es ist mir leider nicht gelungen, den Rechtsstaat und die freiheitlich-demokratische Grundordnung in Deutschland, insbesondere unsere verfassungsrechtlich verankerten Grundrechte und die unverbrüchlichen Menschenrechte vor dem schlimmsten weltweiten Angriff und der blitzschnellen  Etablierung der menschenverachtensten Tyrannei zu retten, die die Welt jemals gesehen hat. 
    Damit ist am Karfreitag, 10. April 2020 unser Rechtsstaat gestorben, den wir noch letztes Jahr mit dem 70-jährigen Bestehen unseres Grundgesetzes so stolz gefeiert haben. 
    Unser Rechtsstaat lag schon seit zwei Wochen sterbend auf der Intensivstation und konnte von mir leider nicht wiederbeatmet werden. Es fehlten 83 Millionen Beatmungsgeräte. 
    In einer Diktatur und Tyrannei herrschen Willkür, Drohung und Polizeigewalt. Meine Tätigkeit als Rechtsanwältin hat sich damit leider erübrigt. In einem solchen Polizeistaat kann auch ich nichts mehr für Sie tun. 
    Ich war sehr gerne für Sie da und bedanke mich ganz herzlich bei allen Menschen, die mich in der Woche vom Freitag, 3. April 2020 bis Karfreitag, 10. April 2020 unterstützt und begleitet haben.
    Ihre Beate Bahner, Rechtsanwältin [„Rechtsanwaeltin“ durchgestrichen]“

    Gefällt 2 Personen

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