Corona-Krise – Die Stunde der Opportunisten

Eine Frage treibt mich gerade wirklich um, und zwar warum viele Leute, auch kritische Geister, gerade jetzt in der Corona-Krise den Regierenden vollumfänglich Glauben schenken.

Trau, schau wem!

Interessant finde ich, dass viele Leute den Regierenden in Bezug auf die Corona-Krise jetzt untertänigst folgen und das Fressen, was ihnen von jenen Leuten vorgesetzt wird, die sie jahrelang belogen und betrogen haben. Ich frage mich, wo ist der Kritikgeist geblieben, den sie doch sonst immer wie eine Monstranz vor sich hertragen? Er scheint sich in Luft aufgelöst zu haben und plötzlich stehen die, die man jahrelang für verlogen und korrupt hielt, als neue Erlöser am Corona-Krisen-Firmament da. Ein Markus Söder erfreut sich plötzlich wachsender Beliebtheit, aber auch Kanzler Kurz aus Österreich oder andere Staatschefs, die in Sachen Corona-Krise einen auf dicke Hose machen und den Hardliner geben, sind so, wie es derzeit aussieht, die Gewinner in dieser Krise. Auch deren Parteien, in Deutschland vor allem die CDU ist auf dem aufsteigenden Ast und die AfD kann langsam einpacken, denn sie ist so gut wie unsichtbar geworden seit ein paar Wochen. Tatsächlich gräbt die CDU den Alternativen gerade das Wasser ab, indem sie genau das macht, was einige sich wohl insgeheim von einem Staatsführer erhoffen: Führung und Stärke zeigen.

Wofür eine Krise doch so alles gut ist

Und genau dafür eignen sich eben hervorragend Krisen. Es sei nun mal dahingestellt, ob es sich hier tatsächlich um den schlimmsten Horror ever handelt und wir bald alle dahingerafft werden, wie man uns das gerade weismachen will – auch wenn Spahn & das RKI anfangs den Ball sehr flach gehalten haben. Oder ob es sich um eine erfundene oder hochgepuschte oder meinetwegen auch sich verselbstständigte Krise handelt. Egal wie. Sie spielt denen in die Karten, die sich nun profilieren können. Und das tun sie gerade ganz vortrefflich. Es ist ja ein regelrechter Überbietungswettbewerb entbrannt nach dem Motto: Wer verhängt die härtesten Maßnahmen. Und je härter die Maßnahmen ausfallen, desto mehr Applaus bekommen die vom Volk lange verschmähten Volksvertreter. Jetzt hat ihre Stunde geschlagen. Seltsamerweise kommt dieser Beifall von teilweise auch liberalen Freigeistern, denen die Einschränkung bzw. das sogar teilweise Aussetzen der Grundrechte plötzlich am Allerwertesten vorbei geht. Es ist ja alles gut gemeint und soll der guten Sache dienen. Trotzdem, ein wenig mehr Kritik würde ich mir von eben jenen schon wünschen.

Der Herr der Flut

Im Februar 1962 konnte sich der damalige Polizeisenator Helmut Schmidt während der dramatischen Elbeflut in Hamburg als durchsetzungsstarker Krisenmanager hervortun, was ihm dann den Spitznamen „Herr der Flut“ und große Beliebtheit einbrachte. Geschadet hat dies seiner späteren politischen Karriere sicher nicht. Und dann, im Herbst 1977, während der Entführung der Landshut-Maschine durch palästinensische Terroristen, war er wieder ein Mann der Tat, der sogar bereit war, unschuldige Geiseln zu opfern, weil er der Meinung war, dass sich ein Staat nicht erpressen lassen dürfe. Es ist gut ausgegangen damals. Das wusste man aber vorher nicht. Jedenfalls nutzte er die Gunst der Stunde bzw. der Krise.

Die Stunde der Opportunisten

Tatsächlich sieht es so aus, dass jetzt die Stunde der Opportunisten schlägt. Und das nur, weil die Obrigkeitshörigkeit in vielen Menschen, auch oder gerade bei den Deutschen, anscheinend noch immer tief sitzt. Es braucht nur eine Krise und ein starker Führer aufzutauchen und vergessen sind sämtliche Vorbehalte. Die einst Belogenen vertrauen jetzt den Lügnern.

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht…..

Ein Kommentar zu „Corona-Krise – Die Stunde der Opportunisten

  1. Das musste mal gesagt werden. Du wirst wahrscheinlich ein paar Leser verlieren, die die aber bleiben, sind die „wertvollen“. Es war schon zu Urzeiten so, dass nicht die Botschaft das Schlimme war, sondern der Überbringer wurde kurzerhand zum Übeltäter erklärt.

    Das Virus hält den Spiegel vor und er demaskiert nicht nur die da oben, sondern auch die da unten.

    Gefällt 3 Personen

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