Schleichender Beginn der Bargeld-Abschaffung – Bequemlichkeit heisst Verlust der Freiheit!

Gastbeitrag von Robert Abderhalden

Endlich Feierabend! Nur noch schnell zum Discounter ein paar Dinge und etwas zum Abendessen einkaufen.  Verflixt, warum sind die Läden jedes Mal wenn ich einkaufen gehe zum bersten voll. Also schnell alle Dinge, die ich noch so im Kopf habe in den Einkaufskorb packen. Habe ich alles eingepackt? Ach hätte ich doch nur einen Einkaufszettel geschrieben. Macht nichts, ich bin nun vor dem Kassenbereich. An jeder Kasse meterlange Schlangen. Ich entscheide mich für die Kasse Nr. 4. Nach einer gefühlten Ewigkeit, kommen mir Zweifel, dass Kasse Nr. 4 die richtige Entscheidung war. Bei der Kasse 7 (lucky seven! Das wissen wir von der Christine Lagarde, der neuen EZB Präsidentin), geht es Ruck Zuck. Soll ich wechseln? Und so ärgere ich mich, dass ich natürlich wieder einmal die falsche Kasse gewählt habe. Hilft alles nichts, ich füge mich dem Schicksal. Endlich bin ich dran. Warum scannt die Kassiererin bei mir so schnell, kann kaum mit dem Einpacken Schritt halten. „17.77 Euro“ sagt mir die monotone Stimme der Kassiererin. Und so greife ich schnell zum Portemonnaie und zücke eine 20er Note hervor. Will gerade das Wechselgeld in mein prall gefülltes Münzfach geben, da fallen mir ein paar Münzen auf den Boden. Der Supergau ist perfekt. Hätte ich doch nur eine Karte. Es gibt doch nichts Einfacheres und Bequemeres als mit der Karte zu bezahlen! Oder?

Die EU-Kommission will die 1- und 2-Cent Münzen abschaffen

Begründet wird dieser Schritt mit der mangelnden Attraktivität des Münzgeldes, weshalb der Einzelhandel diesen Schritt der EU-Kommission unterstützt. Dies hat mit der Münzgeldverordnung von 2010 zu tun, die die Pflicht zur Prüfung der Münzen auf Echtheit und Umlauffähigkeit vor der Wiederausgabe vorschreibt. Banken und Zahlungsdienstleister müssen seitdem jede Münze, die sie unter anderem vom Einzelhandel erhalten, auf Echtheit prüfen, auch die 1- und 2-Cent-Münzen. Ich möchte gerne den Deppen kennenlernen, der 1- oder 2-Cent Münzen fälschen will, um sich ein Leben in Saus und Braus zu leisten. Die Materialkosten und der Aufwand zum Fälschen der beiden Münzen sind um ein Vielfaches höher als der Wert der Münzen. 

Das ist nichts anderes, als unter fadenscheinigen Floskeln, das bargeldlose Geldsystem schleichend einzuführen.

Bargeld ist Freiheit!

Erinnern Sie sich noch an die Griechenland Rettung – und sagt Ihnen das Stichwort „Zypern“ in dem Zusammenhang noch etwas?

Kurz ein paar Stichworte

Griechenland hatte lange Zeit geschlossene Banken und wenn einmal eine Bargeldabhebung möglich war, dann nur Kleinstbeträge. Zypern stand 2013 kurz vor der Pleite und die beiden grössten Bankinstitute mussten „gerettet“ werden. Die EU schnürte ein „Hilfs“-Paket und setzte das Zyprische Parlament so lange unter Druck, bis diese den begleitenden Massnahmen zu stimmte. Die Banken wurden geschlossen und die Zyprischen Bankkunden wurden teil-enteignet. Dummerweise, so die offizielle Lesart, wurde vergessen, die Auslandsvertretungen in London ebenfalls zu schliessen. Müssig zu erwähnen, dass das Angebot dankend von den ausländischen Bankkunden angenommen wurde.

Da unser Geldsystem auf Schulden basiert, kann man getrost davon ausgehen, dass eines Tages die Schulden eine Höhe erreichen, die zum Kollaps führen. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass dies alle 70 bis 100 Jahre der Fall ist. Der Kollaps und der Super Vulkan unter dem Yellowstone National Park haben eines gemeinsam, beide sind überfällig. Während man beim Super Vulkan beten muss, dass er sich mit dem Ausbruch Zeit lassen soll, so sieht es mit dem Kollaps ein wenig düsterer aus. Wohl hat, der eben mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Mario Draghi seine Bazooka ausgepackt, doch dies verzögert den Kollaps nur und wenn der Kollaps ausbricht, so kommt er als der Ausbruch eines Super Vulkans daher. Und hier kommt der nächste vermeintliche Rettungsanker ins Spiel: Das bargeldlose Geldsystem.

Beim bargeldlosen Geldsystem braucht es keine langwierigen parlamentarischen Auseinandersetzungen mehr. Es genügt, dass der Finanzminister kurz die Enter-Taste drückt und „Jedem“ (über die genaue Auslegung, wer damit gemeint ist, darf noch gerätselt werden) wird einfach mal so XY % von seinem Guthaben abgezogen. Und weil es so schön und einfach ist, kann dieser Vorgang beliebig oft wiederholt werden.

Und wenn Sie wieder einmal entnervt nach den Münzen in Ihrem Portemonnaie suchen, denken Sie daran wie kostbar das Gut Bargeld ist. Bargeld ist Freiheit.

Bequemlichkeit heisst Verlust der Freiheit!

Bild von analogicus auf Pixabay

Ein Kommentar zu „Schleichender Beginn der Bargeld-Abschaffung – Bequemlichkeit heisst Verlust der Freiheit!

  1. REWE
    wirbt für Plastikkarte zum Bezahlen wegen Infektionsrisiko-Minderung. Da lese ich (V-Text), sehe und höre ich in der ARD doch tatsächlich, dass EC-Karte und Kredit-Karte 10 bis 100 mal infektiöser als Bargeld ist !!!

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