Transhumanismus – Mensch, was wird aus Dir?

Bestimmt habt Ihr schon vom Transhumanismus gehört. Dieser will die Grenzen menschlicher Möglichkeiten überwinden bzw. erweitern. Er will quasi den fehlbaren und unperfekten Menschen aus Fleisch und Blut zu einem Super-Menschen weiterentwickeln.

Eugenik

Zum Transhumanismus gehört die Eugenik. Bei ihr möchte man durch Genmanipulation dafür sorgen, dass (nur) ein gesundes Kind auf die Welt kommt. Das hört sich ja erst mal so harmlos an. Aber ich denke, dass dies dahin führen wird, dass man nicht mehr nimmt was kommt, sondern dass man nur noch das will, was perfekt ist und keine Mängel aufweist. Es führt dazu, dass man nur mit dem Optimum zufrieden ist und Mängel oder Unperfektes kaum mehr akzeptieren kann. Weder an sich, noch an anderen. Es führt zur Züchtung des perfekten Menschen. Auch wenn die Befürworter das weit von sich weisen!

Goldenes Zeitalter- ich bin perfekt, also lebe ich

Das Zerbrechliche im Menschen, das Schwache oder auch das „Fehlerhafte“ macht einen Menschen doch erst liebenswert, oder? Es sind doch die Ecken und Kanten und die Schwächen, die einen Menschen zu einer Persönlichkeit machen, mit der wir lachen und weinen können.

Einen Namen sollte man sich im Zusammenhang mit dem Transhumanismus merken. Es ist Raymond Kurzweil. Er ist Leiter der technischen Entwicklung bei google. Kurzweil glaubt, eines Tages sogar den Tod überwinden zu können. Er prognostiziert eine Verschmelzung biologischer und nicht biologischer Intelligenz und glaubt auch, den Alterungsprozess des Menschen aufhalten zu können – bis hin zu dessen Unsterblichkeit. Kurzweil will in 30 Jahren das menschliche Gehirn einscannen und auf einen Computer hochladen.

Das erste Mal hörte ich vom Transhumanismus und Raymond Kurzweil auf einer Lesung des Humanisten und bekannten Chef-Atheisten Deutschlands, des Philosophen Michael Schmidt-Salomon. Er ist auch Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, einer Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung. Er stellte dort sein Buch „Hoffnung Mensch“ vor.

Schmidt-Salomon und die Humanisten sind der Meinung, der Mensch müsse sich verbessern und dürfe sich nicht vor dem technologischen Fortschritt verschließen.

Bringt uns der Fortschrittsglaube weiter?

Für die Humanisten und erst recht die Transhumanisten ist der Mensch nicht Teil einer guten oder gut gemachten Schöpfung sondern Teil eines sensiblen Ökosystems, das ohne den Einsatz menschlicher Technologie nicht wird überleben können. Sie sehen im Transhumanismus die Möglichkeit, den Mensch und damit auch seine Umwelt zu bewahren.

Was hat die UNO damit zu tun?

Der berühmte Science-Fiction-Autor H.G. Wells trat 1939 dafür ein, dass das Ziel der Alliierten im Krieg nicht nur darin bestehen solle, die Nazi-Diktatur zu zerschlagen sondern, dass man einen internationalen Staatenbund errichten und etablieren müsse, der sich weltweit für die universellen Menschenrechte einsetzen sollte. H. G. Wells war ein Säkularist und ein evolutionärer Humanist. Er bezeichnete sich als Sozialist und stand dem marxistischen Programm Lenins positiv gegenüber. Wells hatte mit seinen Schriften erheblichen Einfluss auf einen der wichtigsten Wegbereiter der Vereinten Nationen. Und zwar auf den US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt.

Alles hat mit allem zu tun

Über die Vereinten Nationen habe ich ja schon Einiges geschrieben. Über ihren Einfluss im Weltgeschehen und was die Ziele der UN sind und wie die weit verzweigten Arme der UN in fast jeden Lebensbereich der Nationen hineinreichen. Ich denke, dass man auch den Transhumanismus, der für mich eine Art von „Vergöttlichung“ des Menschen ist, im Zusammenhang mit den Zielen der Vereinten Nationen sehen sollte. Ich verstehe auch diese ganze Debatte um den menschengemachten Klimawandel in diesem Zusammenhang. Man glaubt wirklich, dass der Über-Mensch Einfluss auf solche Dinge wie das Klima nehmen könne.

Interessanterweise ist auch der Präsident des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, seines Zeichens auch Autor des menschenverachtenden Machwerks „The Great Reset“, glühender Verfechter des Transhumanismus. Sein Buch wurde mitten im Coronasommer 2020 auf den Markt geschwemmt und öffnete uns die Augen, was die Mächtigen mit uns vorhaben.

Die internationale Bewegung und Denkrichtung [des Transhumanismus] sucht nach Möglichkeiten, die biologischen Grenzen der Menschen durch den Einsatz von Technologie und Wissenschaft zu verändern und zu überwinden. Transhumanisten gehen davon aus, dass die nächste Evolutionsstufe der Menschheit durch die Fusion mit Technologie erreicht wird.

Klaus Schwab

Die ‚Vierte Industrielle Revolution‘ wird zu einer Verschmelzung unserer physischen, digitalen und biologischen Identität führen.

Klaus Schwab

Interessant finde ich, dass man solche Ideen vorrangig bei Kommunisten/Sozialisten findet. Interessant ist ja auch, dass das kommunistische Manifest Einfluss auf die Charta der Vereinten Nationen genommen haben soll. Mir macht das alles Angst. Mir macht es Angst, wenn Menschen sich zu einer Art Über-Mensch aufschwingen wollen und vor lauter Selbstoptimierung zu empathielosen Cyborgs werden. Diese Menschen werden all das Schwache und Unperfekte verachten und diesen jeden Lebenswert absprechen. Jetzt ist es ja schon so, dass man von grünlinken Öko-Faschisten hören muss, dass Haustiere schlecht fürs Klima wären aufgrund ihres hohen CO2-Fußabdruckes. Wer als „schädlich“ eingestuft wird, der kann eliminiert werden? Eine Daseins- und Lebensberechtigung hat also nur noch derjenige, der von Nutzen und perfekt ist? Wem spricht man als Nächstes seinen „Nutzen“ und seine Lebensberechtigung ab? Den alten Menschen? Den Kranken?

In so einer Welt möchte ich nicht leben.

Der Computer ist die logische Weiterentwicklung des Menschen: Intelligenz ohne Moral.“ John Osborne

9 Kommentare zu „Transhumanismus – Mensch, was wird aus Dir?

  1. Hmmm.
    Mir kommt das ein bisschen so vor, als hättest du deine Sorge vor allem vor Dingen, die gar nicht in dem enthalten sind, was du kritisierst, sondern die du ihm unterstellst?
    Und ich kann nicht so recht erkennen, wie aus Transhumanismus Empathielosigkeit folgt.

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    1. Es sind ja in erster Linie meine Gedanken…. Ich glaube jedoch, dass der Transhumanismus oder das Bestreben nach der Vervollkommnung des Menschen zu einer Empathielosigkeit führen kann, also dazu führen kann, dass man das Fehlerhafte nicht mehr „lieben“ oder akzeptieren kann. Weder an sich noch an Anderen. Vielleicht täusche ich mich. Liebe Grüße!

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      1. Wie kann ich anderen gegenüber „gnädig“ sein oder Mitleid haben (in Bezug auf ihre Fehler, Makel, Unvollkommenheit…etc.) wenn ich es mir selbst gegenüber nicht sein kann? Hier sehe ich den Zusammenhang.

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      2. Erstens ist es doch total menschlich, sich selbst gegenüber strenger zu sein als anderen, das machen doch viele, und zweitens sehe ich auch gar nicht, woher die Idee kommt, Transhumanist*innen könnten sich selbst gegenüber nicht gnädig sein oder kein Mitleid haben. Das stimmt doch einfach nicht. Also, ich kenne ein paar. Die können das. Mich selbst eingeschlossen.

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